Wesensgemäße Tierhaltung

Das Wesen der Tiere verstehen

Wesensgemäße Tierhaltung

Tierhaltung auf einem Demeter-Hof
Tiere gehören einfach dazu

Als einziger Bioverband ist bei Demeter die Tierhaltung auf Bauernhöfen Pflicht. Besonders auf die sogenannten Rauhfutterfresser, wie Kuh, Schaf, Ziege und Pferd haben es die Biodynamiker abgesehen. Denn deren Mist wird dank Impfung mit den biodynamischen Präparaten zu wertvollem Kompost - besser als jeder industrielle Dünger. So wächst die Humusschicht auf den Demeter-Feldern und -Wiesen kontinuierlich und es werden fruchtbare Böden aufgebaut. Wichtig in der heutigen Zeit, in der die "Haut" der Erde durch Wind- und Wassererosion erschreckend schnell abnimmt. Zum anderen prägen Tiere, sei es der Wildvogel auf dem Dach, der Hütehund auf der Weide, das muhende Kalb bei der Mutter oder das quitschende Schwein jeden Ort und auch das Zusammenspiel auf dem Hof. Sie bilden neben den Menschen, die dort leben und arbeiten und der Pflanzenwelt einen wichtigen Teil des Hoforganismus.

Das Wesen des Tiere verstehen

Eine wesensgemäßen Tierhaltung zielt darauf ab, dass sich die Nutztiere möglicht natürlich verhalten können. Dazu gehört auch, dass "alles dran bleibt", wie es die Natur eben vorsieht. Demeter- Kühe tragen ihre Hörner, Schafe haben lange Schwänze und die Legehennen einen unveränderten Schnabel. Diese Eingriffe sind in der Landwirtschaft übliche Praxis und der Verzicht darauf erfordert von Demeter-Betrieben besonders viel Sensibiliät und Know-How, z.B. brauchen Kühe mit Hörnern mehr Platz und andere Fressgitter. Das Umtreiben im Stall benötigt ein vorausschauendes Verhalten, damit es zu keinen Verletzungen kommt. Weitere Aspekte betreffen die artgemäße Fütterung: Rinder sind Wiederkäuer und benötigen ausreichend viel Grünfutter - am besten frisch und direkt auf der Weide. Deshalb ist bei Demeter eine ganzjährige Silagefütterung verboten. Kraftfutter soll nur in Maßen eingesetzt werden, um die Tiere nicht zu Höchstleistungen zu bringen. Langlebigkeit und Gesundheit stehen im Vordergrund. Prophylaktische Arzneimittelgaben sind tabu. Konsequente Richtlinien schließen Embryotransfer sowie Tiefkühl-Sperma der Stiere, die mit reichlich Hormoneinsatz und Leihmüttern aus Embryotransfer entstanden sind, aus. Trittsichere Böden fördern die Bewegung und verhindern Unfälle. Das gehört genauso zum natürlichen Verhalten wie der Regen, der den Kühen im Auflauf oder auf der Weide auf den Rückem prasselt oder der Mondschein in der Nacht.

Die größte Herausforderung in der Zukunft wird sein, eine an die Anforderungen der ökologischen und biodynamischen Wirtschaftweise angepasste eigenständige Tierzucht zu entwickeln und eine zunehmende Unabhängigkeit von einer rein ertragsorientierten Züchtung zu ermöglichen. Deshalb werden Stierzuchtprojekte, der Aufbau von Elterntierherden, Zweinutzungshuhn-Bemühungen sowie Projekte zur muttergebundenen Kälberaufzucht und zur Ebermast unterstützt.