Kontrolleur Steinhauser weiß: Demeter-Bauern arbeiten aus Überzeugung

Kann ich Bio wirklich trauen?

Kontrolleur Steinhauser weiß: Demeter-Bauern arbeiten aus Überzeugung

23.04.2012

Ute Rönnebeck, Geschäftsführerin von Demeter in Nordrhein-Westfalen, bekommt wie ihre Kollegen in den anderen Landesarbeitsgemeinschaften die Protokolle dieser Treffen. „Erst wenn unsere Mitgliedsbetriebe nachweisen, dass auch das Hofgespräch stattgefunden hat, kann die jährliche Anerkennung als Demeter-Betrieb ausgesprochen werden. Dann müssen natürlich die EU- und die Richtlinien-Kontrolle ebenfalls positiv gelaufen sein“. Für viele biodynamische Bäuerinnen und Bauern ist das Hofgespräch etwas ganz Besonderes: „Hier schauen Kollegen wertschätzend und kritisch zugleich auf meine Arbeit. Sie geben mir das Feedback, das ich brauche, um meinen Betrieb weiter zu entwickeln und immer besser zu werden.“

Der Verband hat für die vor einigen Jahren verbindlich eingeführten Hofgespräche einen Leitfaden entwickelt und Schulungen angeboten. „Wir wollen damit das Signal geben, dass es uns nicht allein um die Einhaltung von Richtlinien geht, sondern dass wir unsere Betriebe in ihrer Entwicklung stärken und begleiten wollen“, unterstreicht Stephan Illi, Vorstand des Bundesverbandes Demeter e. V. in Darmstadt. „Mit gut gelungenen Hofgesprächen unterstützen sich die Betriebe gegenseitig darin, ihre Motivation zu stärken und ihre Ideale noch besser umzusetzen. Nach dem Rundgang durch Ställe, über Wiesen und Äcker oder auch beim Blick in die Aufzeichnungen etwa zur Hof-Bäckerei tauschen sich die Kollegen über ihre Eindrücke aus. „Davon profitiert mein Betrieb, aber auch ich ganz persönlich“, loben viele Teilnehmer gerade die Offenheit und das Hineinfühlen-Können. So werden Potenziale erkannt und Entwicklungen angeschubst. Für Geschäftsführerin Rönnebeck bieten die Gesprächsberichte die Chance, Bedürfnisse ihrer Mitglieder schneller erkennen und entsprechende Angebote machen zu können – im letzten Jahr etwa zum Thema Hofübergabe.

Die manchmal richtig intensiven Gespräche mit den Bauern und Gärtnern schätzt auch Christoph Steinhauser. Der gelernte Landwirt wird von Kontrollstellen wie dem Demeter-Partner Kontrollverein Ökologischer Landbau e. V. in Karlsruhe beauftragt. Differenzierte Fragebögen muss er mit den Betriebsleitern durchgehen. Flächen werden begutachtet, Tiere und Ställe inspiziert, Unterlagen überprüft. Ist das zugekaufte Mineralfutter auch Demeter-anerkannt? Die Kultur für die Säuerung der Milch beim Käsen gen- technikfrei? Je nach Komplexität und Größe des Hofes kann so eine Kontrolle den ganzen Tag in Anspruch nehmen. „Die meisten Bio-Bauern arbeiten sehr engagiert, anspruchsvoll und korrekt“, beschreibt der Freiberufler seine Erfahrungen. Das Risiko, bei Betrugsversuchen erwischt zu werden, ist groß. Immer genauer wird auf Problembereiche geschaut. Verstöße, die Steinhauser begegnen, betreffen jedoch meist nur formale Anforderungen. Da muss dann nachgearbeitet werden. Oder es gibt Auflagen, deren Erfüllung konsequent überprüft wird. Angehoben wurde auch die Quote der unangekündigten Kontrollen, immerhin 20 Prozent sind jetzt üblich.

Mit den „Demeters“ hat Steinhauser seine eigenen Erfahrungen gemacht. „Für mich ist biodynamisch die ganzheitlichste Form der ökologischen Landwirtschaft. Das spiegelt sich dann auch in den Menschen wider, die bei Demeter sind. Die sind meistens tief-gründignachdenklich, schauen über den Tellerrand und haben Ideale und hohe Ansprüche. Da denke ich oft: alle Achtung, und gehe beeindruckt vom Hof.“

Kontrolleur Steinhauser weiß: Demeter-Bauern arbeiten aus Überzeugung
Kann ich Bio wirklich trauen?

Ute Rönnebeck, Geschäftsführerin von Demeter in Nordrhein-Westfalen, bekommt wie ihre Kollegen in den anderen Landesarbeitsgemeinschaften die Protokolle dieser Treffen. „Erst wenn unsere Mitgliedsbetriebe nachweisen, dass auch das Hofgespräch stattgefunden hat, kann die jährliche Anerkennung als Demeter-Betrieb ausgesprochen werden. Dann müssen natürlich die EU- und die Richtlinien-Kontrolle ebenfalls positiv gelaufen sein“. Für viele biodynamische Bäuerinnen und Bauern ist das Hofgespräch etwas ganz Besonderes: „Hier schauen Kollegen wertschätzend und kritisch zugleich auf meine Arbeit. Sie geben mir das Feedback, das ich brauche, um meinen Betrieb weiter zu entwickeln und immer besser zu werden.“

Der Verband hat für die vor einigen Jahren verbindlich eingeführten Hofgespräche einen Leitfaden entwickelt und Schulungen angeboten. „Wir wollen damit das Signal geben, dass es uns nicht allein um die Einhaltung von Richtlinien geht, sondern dass wir unsere Betriebe in ihrer Entwicklung stärken und begleiten wollen“, unterstreicht Stephan Illi, Vorstand des Bundesverbandes Demeter e. V. in Darmstadt. „Mit gut gelungenen Hofgesprächen unterstützen sich die Betriebe gegenseitig darin, ihre Motivation zu stärken und ihre Ideale noch besser umzusetzen. Nach dem Rundgang durch Ställe, über Wiesen und Äcker oder auch beim Blick in die Aufzeichnungen etwa zur Hof-Bäckerei tauschen sich die Kollegen über ihre Eindrücke aus. „Davon profitiert mein Betrieb, aber auch ich ganz persönlich“, loben viele Teilnehmer gerade die Offenheit und das Hineinfühlen-Können. So werden Potenziale erkannt und Entwicklungen angeschubst. Für Geschäftsführerin Rönnebeck bieten die Gesprächsberichte die Chance, Bedürfnisse ihrer Mitglieder schneller erkennen und entsprechende Angebote machen zu können – im letzten Jahr etwa zum Thema Hofübergabe.

Die manchmal richtig intensiven Gespräche mit den Bauern und Gärtnern schätzt auch Christoph Steinhauser. Der gelernte Landwirt wird von Kontrollstellen wie dem Demeter-Partner Kontrollverein Ökologischer Landbau e. V. in Karlsruhe beauftragt. Differenzierte Fragebögen muss er mit den Betriebsleitern durchgehen. Flächen werden begutachtet, Tiere und Ställe inspiziert, Unterlagen überprüft. Ist das zugekaufte Mineralfutter auch Demeter-anerkannt? Die Kultur für die Säuerung der Milch beim Käsen gen- technikfrei? Je nach Komplexität und Größe des Hofes kann so eine Kontrolle den ganzen Tag in Anspruch nehmen. „Die meisten Bio-Bauern arbeiten sehr engagiert, anspruchsvoll und korrekt“, beschreibt der Freiberufler seine Erfahrungen. Das Risiko, bei Betrugsversuchen erwischt zu werden, ist groß. Immer genauer wird auf Problembereiche geschaut. Verstöße, die Steinhauser begegnen, betreffen jedoch meist nur formale Anforderungen. Da muss dann nachgearbeitet werden. Oder es gibt Auflagen, deren Erfüllung konsequent überprüft wird. Angehoben wurde auch die Quote der unangekündigten Kontrollen, immerhin 20 Prozent sind jetzt üblich.

Mit den „Demeters“ hat Steinhauser seine eigenen Erfahrungen gemacht. „Für mich ist biodynamisch die ganzheitlichste Form der ökologischen Landwirtschaft. Das spiegelt sich dann auch in den Menschen wider, die bei Demeter sind. Die sind meistens tief-gründignachdenklich, schauen über den Tellerrand und haben Ideale und hohe Ansprüche. Da denke ich oft: alle Achtung, und gehe beeindruckt vom Hof.“