7000 Menschen fordern Abkehr von Agrarindustrie

Europas größter Geflügelschlachthof in Wietze/Celle mit Menschenkette umzingelt

7000 Menschen fordern Abkehr von Agrarindustrie

02.09.2013
DemonstrantInnen fordern drei Wochen vor Bundestagswahl grundlegende Agrarwende von den Parteien. Foto: Jan Ganschow
DemonstrantInnen fordern drei Wochen vor Bundestagswahl grundlegende Agrarwende von den Parteien. Foto: Jan Ganschow
7000 Menschen haben am Samstag Europas größten Geflügelschlachthof im niedersächsischen Wietze mit einer Menschenkette umzingelt. Die DemonstrantInnen forderten drei Wochen vor der Bundestagswahl unter dem Motto „Wir haben Agrarindustrie satt!“ eine grundlegende Agrarwende. Der Megaschlachthof in Wietze sei ein Symbol für die „verfehlte Agrarpolitik der schwarz-gelben Bundesregierung“, erklärten die VeranstalterInnen. Zu der Großdemonstration hatte ein breites Bündnis aus Bauern-, Umwelt-, Entwicklungs- und Tierschutzverbänden aufgerufen. 
 
Christoph Bautz vom Kampagnennetzwerk Campact sagte: „Wir Bürger haben die Agrarindustrie satt. Wir wollen Essen auf unserem Teller, dem wir vertrauen können, und kein Fleisch von Tieren, die mit Antibiotika vollgepumpt, mit Gensoja gefüttert und in Megaställen zusammengepfercht werden. Eine neue Bundesregierung muss die Agrarwende einleiten – für eine ökologischere und bäuerliche Landwirtschaft!“ 
 
Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, forderte auf der Abschlusskundgebung eine neue Agrarpolitik für Deutschland. „Immer mehr Tiere in immer größeren Ställen – das ist ein Irrweg. Neue Megaställe bedeuten millionenfaches Tierleid und als Folge eine zerstörte Umwelt mit nitratbelasteten, sinkenden Grundwasserpegeln. Die Behebung der Umweltschäden wird dann auf die Allgemeinheit umgelegt, die zahlt nicht der Verursacher. Auch deshalb ist Fleisch viel zu billig. Diese Intensivhaltung ist zudem nur mit Antibiotikaeinsatz machbar, die Antibiotikafrage ist eben auch eine Systemfrage. Wir brauchen höhere, gesetzlich vorgeschriebene Standards und wir brauchen eine neue Förderpolitik“, sagte Schröder. 
 
Johanna Böse-Hartje, Biobäuerin vom Bund der Milchbauern (BDM) und der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) sagte: „Die Chance für eine Agrarwende war noch nie so groß wie derzeit. Gleich nach der Bundestagswahl wird über die Umsetzung der EU-Agrarreform in nationales Recht entschieden. Statt Tierfabriken noch stärker zu subventionieren, wie Frau Aigner das will, müssen bäuerliche Betriebe stärker gefördert werden. Lasst uns am 22. September die Agrarindustrie abwählen.“ 
 
Uschi Helmers von der Bürgerinitiative Wietze sagte: „Jeden Tag sollen hier in diesem Schlachthof 430.000 Hühner geschlachtet werden. Das ist viel zu viel. Um den Schlachthof auszulasten müssten über 200 neue Megaställe gebaut werden. Doch überall im Land wächst der Widerstand. Die Menschen wollen Bauernhöfe und keine Agrarfabriken.“ 
 

 

02.09.2013
7000 Menschen fordern Abkehr von Agrarindustrie
Europas größter Geflügelschlachthof in Wietze/Celle mit Menschenkette umzingelt
7000 Menschen haben am Samstag Europas größten Geflügelschlachthof im niedersächsischen Wietze mit einer Menschenkette umzingelt. Die DemonstrantInnen forderten drei Wochen vor der Bundestagswahl unter dem Motto „Wir haben Agrarindustrie satt!“ eine grundlegende Agrarwende. Der Megaschlachthof in Wietze sei ein Symbol für die „verfehlte Agrarpolitik der schwarz-gelben Bundesregierung“, erklärten die VeranstalterInnen. Zu der Großdemonstration hatte ein breites Bündnis aus Bauern-, Umwelt-, Entwicklungs- und Tierschutzverbänden aufgerufen. 
 
Christoph Bautz vom Kampagnennetzwerk Campact sagte: „Wir Bürger haben die Agrarindustrie satt. Wir wollen Essen auf unserem Teller, dem wir vertrauen können, und kein Fleisch von Tieren, die mit Antibiotika vollgepumpt, mit Gensoja gefüttert und in Megaställen zusammengepfercht werden. Eine neue Bundesregierung muss die Agrarwende einleiten – für eine ökologischere und bäuerliche Landwirtschaft!“ 
 
Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, forderte auf der Abschlusskundgebung eine neue Agrarpolitik für Deutschland. „Immer mehr Tiere in immer größeren Ställen – das ist ein Irrweg. Neue Megaställe bedeuten millionenfaches Tierleid und als Folge eine zerstörte Umwelt mit nitratbelasteten, sinkenden Grundwasserpegeln. Die Behebung der Umweltschäden wird dann auf die Allgemeinheit umgelegt, die zahlt nicht der Verursacher. Auch deshalb ist Fleisch viel zu billig. Diese Intensivhaltung ist zudem nur mit Antibiotikaeinsatz machbar, die Antibiotikafrage ist eben auch eine Systemfrage. Wir brauchen höhere, gesetzlich vorgeschriebene Standards und wir brauchen eine neue Förderpolitik“, sagte Schröder. 
 
Johanna Böse-Hartje, Biobäuerin vom Bund der Milchbauern (BDM) und der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) sagte: „Die Chance für eine Agrarwende war noch nie so groß wie derzeit. Gleich nach der Bundestagswahl wird über die Umsetzung der EU-Agrarreform in nationales Recht entschieden. Statt Tierfabriken noch stärker zu subventionieren, wie Frau Aigner das will, müssen bäuerliche Betriebe stärker gefördert werden. Lasst uns am 22. September die Agrarindustrie abwählen.“ 
 
Uschi Helmers von der Bürgerinitiative Wietze sagte: „Jeden Tag sollen hier in diesem Schlachthof 430.000 Hühner geschlachtet werden. Das ist viel zu viel. Um den Schlachthof auszulasten müssten über 200 neue Megaställe gebaut werden. Doch überall im Land wächst der Widerstand. Die Menschen wollen Bauernhöfe und keine Agrarfabriken.“