Keine Gentechnik in Bioläden

BÖLW widerspricht ZDF:

Keine Gentechnik in Bioläden

05.08.2013
Felix Prinz zu Löwenstein, Vorsitzender des BÖLW, stellt richtig: „Im Ökolandbau wird keine Gentechnik eingesetzt.
Felix Prinz zu Löwenstein, Vorsitzender des BÖLW, stellt richtig: „Im Ökolandbau wird keine Gentechnik eingesetzt.
Mit der Ankündigung der heutigen WISO-Sendung „Gentechnik in Biomärkten“ setzt das ZDF eine Falschmeldung in die Welt. Das kritisiert der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW). Felix Prinz zu Löwenstein, Vorsitzender des BÖLW, stellt richtig: „Im Ökolandbau wird keine Gentechnik eingesetzt.
 
Die Behauptung des ZDF, CMS-Sorten seien Gentechnik, ist falsch. Die von WISO getesteten Waren aus CMS-Sorten fallen eindeutig nicht unter das Gentechnikrecht." Wird die Zellfusionstechnik bei nahe verwandten Pflanzen eingesetzt, ist sie nicht der Gentechnik zuzurechnen, da eine Übertragung der entsprechenden Eigenschaften auch auf natürlichem Wege möglich wäre.

Löwenstein betont aber auch, dass die kritische Auseinandersetzung der BÖLW-Verbände über den Ausschluss von Gentechnik hinausgehe. Weil bei einem solchen Züchtungsverfahren die Integrität der Zelle verletzt wird, hätten die Anbauverbände des Ökologischen Landbaus in Deutschland deshalb den Einsatz von CMS-Sorten bereits vor Jahren in ihren Richtlinien verboten. "Die Öko-Verbände wollen langfristig die Verfügbarkeit von Sorten absichern, die ohne kritische Züchtungsverfahren erzeugt wurden und die den besonderen Anforderungen der ökologischen Wirtschaftsweise gerecht werden", sagt Löwenstein und fügt hinzu: "Deshalb setzen sich die Mitglieder des BÖLW für den Ausbau einer eigenständigen Öko-Züchtung ein." Saatgut und die gesamte Pflanzenzüchtung sind Grundlagen der Lebensmittelversorgung und damit Daseinsvorsorge. Es ist staatliche Aufgabe, eine gemeinwohlorientierte Züchtungsforschung besser als bislang zu unterstützen.

"Wir fordern eine gesetzliche Kennzeichnungspflicht für Züchtungsmethoden – wie die Zellfusionstechnik – durch die Züchter", so Löwenstein. Nur so könnten Landwirte und Gärtner die Züchtungsmethoden des angebotenen Saatguts sicher erkennen. Auf dieser Grundlage hätten auch Händler und Verarbeiter die Möglichkeit, eine freiwillige Kennzeichnung vorzunehmen. Der BÖLW fordert, dass das Verbot von CMS-Sorten auch in der EU-Öko-Verordnung verankert wird.

Hintergrund

Mittels Zellfusionstechnik wird die Eigenschaft der Cytoplasmatischen Männlichen Sterilität (CMS) z.B. von einem Rettich auf andere Kreuzblütler wie bspw. Blumenkohl oder Brokkoli übertagen. Diese Eigenschaft ist bei der Züchtung von Hybridsaatgut von Bedeutung. Sie könnte auch auf dem natürlichen Weg der Brückenkreuzung eingezüchtet werden. Beim Chicorée wird die genannte Eigenschaft von der Sonnenblume übertragen, einem verwandten Korbblütler. Es findet keine Neukombination isolierter DNA statt – damit ist es keine Gentechnik.

 

05.08.2013
Keine Gentechnik in Bioläden
BÖLW widerspricht ZDF:
Mit der Ankündigung der heutigen WISO-Sendung „Gentechnik in Biomärkten“ setzt das ZDF eine Falschmeldung in die Welt. Das kritisiert der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW). Felix Prinz zu Löwenstein, Vorsitzender des BÖLW, stellt richtig: „Im Ökolandbau wird keine Gentechnik eingesetzt.
 
Die Behauptung des ZDF, CMS-Sorten seien Gentechnik, ist falsch. Die von WISO getesteten Waren aus CMS-Sorten fallen eindeutig nicht unter das Gentechnikrecht." Wird die Zellfusionstechnik bei nahe verwandten Pflanzen eingesetzt, ist sie nicht der Gentechnik zuzurechnen, da eine Übertragung der entsprechenden Eigenschaften auch auf natürlichem Wege möglich wäre.

Löwenstein betont aber auch, dass die kritische Auseinandersetzung der BÖLW-Verbände über den Ausschluss von Gentechnik hinausgehe. Weil bei einem solchen Züchtungsverfahren die Integrität der Zelle verletzt wird, hätten die Anbauverbände des Ökologischen Landbaus in Deutschland deshalb den Einsatz von CMS-Sorten bereits vor Jahren in ihren Richtlinien verboten. "Die Öko-Verbände wollen langfristig die Verfügbarkeit von Sorten absichern, die ohne kritische Züchtungsverfahren erzeugt wurden und die den besonderen Anforderungen der ökologischen Wirtschaftsweise gerecht werden", sagt Löwenstein und fügt hinzu: "Deshalb setzen sich die Mitglieder des BÖLW für den Ausbau einer eigenständigen Öko-Züchtung ein." Saatgut und die gesamte Pflanzenzüchtung sind Grundlagen der Lebensmittelversorgung und damit Daseinsvorsorge. Es ist staatliche Aufgabe, eine gemeinwohlorientierte Züchtungsforschung besser als bislang zu unterstützen.

"Wir fordern eine gesetzliche Kennzeichnungspflicht für Züchtungsmethoden – wie die Zellfusionstechnik – durch die Züchter", so Löwenstein. Nur so könnten Landwirte und Gärtner die Züchtungsmethoden des angebotenen Saatguts sicher erkennen. Auf dieser Grundlage hätten auch Händler und Verarbeiter die Möglichkeit, eine freiwillige Kennzeichnung vorzunehmen. Der BÖLW fordert, dass das Verbot von CMS-Sorten auch in der EU-Öko-Verordnung verankert wird.

Hintergrund

Mittels Zellfusionstechnik wird die Eigenschaft der Cytoplasmatischen Männlichen Sterilität (CMS) z.B. von einem Rettich auf andere Kreuzblütler wie bspw. Blumenkohl oder Brokkoli übertagen. Diese Eigenschaft ist bei der Züchtung von Hybridsaatgut von Bedeutung. Sie könnte auch auf dem natürlichen Weg der Brückenkreuzung eingezüchtet werden. Beim Chicorée wird die genannte Eigenschaft von der Sonnenblume übertragen, einem verwandten Korbblütler. Es findet keine Neukombination isolierter DNA statt – damit ist es keine Gentechnik.