Neue Bundesregierung muss Gentech-Mais 1507 stoppen!

BÖLW kritisiert mangelnde Risikoprüfung:

Neue Bundesregierung muss Gentech-Mais 1507 stoppen!

06.11.2013
BÖLW Vorstand Dr. Felix Prinz zu Löwenstein beim BÖLW-Themenabend zur Bundestagswahl im September 2013.
Felix Prinz zu Löwenstein fordert die neue Bundesregierung auf, bei der Ratsabstimmung gegen die Zulassung zu stimmen. Hier beim BÖLW-Themenabend vor der Bundestagswahl im September 2013.
 
Die EU-Kommission hat sich heute für eine Anbau-Zulassung des gentechnisch veränderten Maises „1507“ der Firmen Pioneer Hi-Bred und DowAgroSciences ausgesprochen. Dies kommentiert der Vorsitzende des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), Felix Prinz zu Löwenstein:
 
„Es gibt viele gute Gründe den Gentech-Mais „1507“ nicht zuzulassen: Das Prüfverfahren der EU weißt große Lücken auf und ist nicht in der Lage relevante Risiken auszuschließen. Das hat der EU-Umweltministerrat bereits 2008 festgestellt. Auch das EU-Parlament sieht hier Änderungsbedarf. Der gentechnisch veränderte Mais setzt fortwährend Insektengifte frei – auch wenn gar keine Schädlinge vorhanden sind. Sein Anbau führt dazu, dass die Schädlinge mit der Zeit resistent gegen die Gifte werden. Erfahrungen aus den USA zeigen: es ist zu erwarten, dass daher bald zusätzliche Insektizide gespritzt werden müssen. Die Eigenschaften des Gentech-Maises sind nicht nötig. Die Schädlinge lassen sich mit einer vernünftigen Fruchtfolge und Bodenbearbeitung in den Griff bekommen. Der Gentech-Mais würde  den ohnehin zunehmenden Mais-Monokulturen weiteren Vorschub geben.
 
Wir fordern daher von der neuen Bundesregierung, bei der Ratsabstimmung gegen die Zulassung zu stimmen. Der überwiegende Teil der Menschen in Europa will keine Gentechnik auf dem Acker und auf dem Teller.“
 
Hintergrund

Der Mais 1507 ist gentechnisch so verändert, dass er permanent das Insektengift Bt-Toxin Cry1F produziert. Außerdem toleriert 1507 die Behandlung mit dem Unkrautvernichtungsmittel Glufosinat (Markennamen Liberty/Basta), das aufgrund seiner schädlichen Wirkungen auf die menschliche Gesundheit ab 2016 nicht mehr ausgebracht werden darf. Das US-Unternehmen Pioneer hatte die Zulassung des Maises für den Anbau in der EU bereits vor zwölf Jahren beantragt. Die EFSA hatte bereits 2005 und 2008 Stellungnahmen abgegeben, in denen der Mais als sicher bewertet wurde. Die Bewertung der europäischen Behörde, die für die Sicherheitsbewertung von Gentech-Pflanzen zuständig ist, wurde jedoch von der Kommission und etlichen Mitgliedsstaaten kritisiert. Im Oktober 2013 hatte der Europäische Gerichtshof die EU-Kommission angemahnt, im Fall 1507 eine Entscheidung zu treffen. Auf Grundlage des Votums  der Kommission werden die zuständigen Minister über die Zulassung des Mais abstimmen; voraussichtlich im Dezember. Würden sie zustimmen, ist ein Anbau des Maises in der EU im nächsten Jahr möglich.
In der Studie „Risiken mit amtlichem Siegel“ hat der BÖLW die Defizite des EU-Zulassungsverfahrens von Gentech-Pflanzen beschrieben
06.11.2013
Neue Bundesregierung muss Gentech-Mais 1507 stoppen!
BÖLW kritisiert mangelnde Risikoprüfung:
 
Die EU-Kommission hat sich heute für eine Anbau-Zulassung des gentechnisch veränderten Maises „1507“ der Firmen Pioneer Hi-Bred und DowAgroSciences ausgesprochen. Dies kommentiert der Vorsitzende des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), Felix Prinz zu Löwenstein:
 
„Es gibt viele gute Gründe den Gentech-Mais „1507“ nicht zuzulassen: Das Prüfverfahren der EU weißt große Lücken auf und ist nicht in der Lage relevante Risiken auszuschließen. Das hat der EU-Umweltministerrat bereits 2008 festgestellt. Auch das EU-Parlament sieht hier Änderungsbedarf. Der gentechnisch veränderte Mais setzt fortwährend Insektengifte frei – auch wenn gar keine Schädlinge vorhanden sind. Sein Anbau führt dazu, dass die Schädlinge mit der Zeit resistent gegen die Gifte werden. Erfahrungen aus den USA zeigen: es ist zu erwarten, dass daher bald zusätzliche Insektizide gespritzt werden müssen. Die Eigenschaften des Gentech-Maises sind nicht nötig. Die Schädlinge lassen sich mit einer vernünftigen Fruchtfolge und Bodenbearbeitung in den Griff bekommen. Der Gentech-Mais würde  den ohnehin zunehmenden Mais-Monokulturen weiteren Vorschub geben.
 
Wir fordern daher von der neuen Bundesregierung, bei der Ratsabstimmung gegen die Zulassung zu stimmen. Der überwiegende Teil der Menschen in Europa will keine Gentechnik auf dem Acker und auf dem Teller.“
 
Hintergrund

Der Mais 1507 ist gentechnisch so verändert, dass er permanent das Insektengift Bt-Toxin Cry1F produziert. Außerdem toleriert 1507 die Behandlung mit dem Unkrautvernichtungsmittel Glufosinat (Markennamen Liberty/Basta), das aufgrund seiner schädlichen Wirkungen auf die menschliche Gesundheit ab 2016 nicht mehr ausgebracht werden darf. Das US-Unternehmen Pioneer hatte die Zulassung des Maises für den Anbau in der EU bereits vor zwölf Jahren beantragt. Die EFSA hatte bereits 2005 und 2008 Stellungnahmen abgegeben, in denen der Mais als sicher bewertet wurde. Die Bewertung der europäischen Behörde, die für die Sicherheitsbewertung von Gentech-Pflanzen zuständig ist, wurde jedoch von der Kommission und etlichen Mitgliedsstaaten kritisiert. Im Oktober 2013 hatte der Europäische Gerichtshof die EU-Kommission angemahnt, im Fall 1507 eine Entscheidung zu treffen. Auf Grundlage des Votums  der Kommission werden die zuständigen Minister über die Zulassung des Mais abstimmen; voraussichtlich im Dezember. Würden sie zustimmen, ist ein Anbau des Maises in der EU im nächsten Jahr möglich.
In der Studie „Risiken mit amtlichem Siegel“ hat der BÖLW die Defizite des EU-Zulassungsverfahrens von Gentech-Pflanzen beschrieben